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Nameserver

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Am 22.03.2010 um 16:46

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Nameserver spielen im Internet in etwa die Rolle, die beim Telefon das Telefonbuch übernimmt: die Übersetzung von Namen in Telefonnummern. So wie eine Telefonverbindung immer über die Telefonnummer aufgebaut wird, werden Verbindungen im Internet immer über die IP-Adresse aufgebaut. Für den Anwender ist es jedoch erheblich komfortabler, eine gewünschte Verbindung unter einem sprechenden Namen auswählen zu können. Das Telefonbuch enthält eine Zuordnungstabelle zwischen Namen und Telefonnummern, Nameserver enthalten Zuordnungstabellen zwischen sprechenden Namen wie z.B. domainmonitor.ch und den IP-Adressen der jeweiligen Server.

DNS – Domain Name System

Angesichts der grossen Zahl von Rechnern im Internet ist es selbstverständlich nicht möglich, sämtliche Adressen auf jedem Server zu speichern. Daher wurde ein umfangreiches Netzwerk von Nameservern installiert, das Domain Name System (DNS). Ausgenutzt wird dabei, dass die Internetadressen eine hierarchische Struktur aufweisen. Eine Internetadresse wie die im Beispiel genannte Adresse domainmonitor.ch besteht aus mehreren Teilen, die - von rechts nach links gelesen - zunehmend spezieller werden. Ähnlich sind Postanschriften aufgebaut, die aus Land, Stadt, Strasse, Hausnummer und dem Namen des Empfängers bestehen. Wird in der Schweiz ein Brief an eine Adresse in China abgesendet, braucht der lokale Schweizer Briefzustelldienst nicht zu wissen, wo die angegeben Adresse in China zu finden ist. Der Brief geht zunächst nach China, die weitere Auswertung der Adresse erfolgt dort. Analog dazu werden die weiteren Hierarchiestufen der Adresse ausgewertet, bis schließlich der Postzusteller am betreffenden Haus den richtigen Briefkasten auswählt. Auf jeder Ebene wird ein Teil der Adressinformation ausgewertet, wobei die Informationen von Schritt zu Schritt spezifischer werden.

Das DNS arbeitet analog. Die Rolle der Länderangabe in der Postanschrift übernimmt die Top-Level-Domain. Dabei handelt es sich um den letzten Teil einer Internetadresse, also z.B. .com, .org oder eine Landesdomain wie .us oder .ch. Nur wenige DNS-Server kennen die IP-Adresse von www.domainmonitor.ch, aber jeder DNS Server kennt entweder die Adresse eines so genannten DNS-Root-Servers oder ist so konfiguriert, alle Nachfragen nach unbekannten Adressen an einen DNS-Server weiterzuleiten, der diese Adresse kennt. Von diesem Root-Server erhält er die Adresse eines DNS-Servers, der eine Tabelle für die Top-Level-Domain .ch enthält. Dieser Server enthält entweder die Zuordnungstabelle (Zonendatei) für die Subdomain domainmonitor oder delegiert die Anfrage an einen untergeordneten DNS-Server, der diese Zonendatei enthält. In dieser Zonendatei sind alle IP-Adressen der Internetdomain domainmonitor.ch enthalten, also auch die IP-Adressen von Rechnern wie server1.domainmonitor.ch (Hypothetische Beispieladresse!). Es ist durchaus möglich, unter einer Internetdomain weitere Sub-Domains anzulegen, also beispielsweise static.domainmonitor.ch usw. In diesem Fall existieren für alle Sub-Domains eigene Zonendateien, die auch auf unterschiedlichen DNS Servern liegen können.

Einträge in der Zonendatei

Auf der untersten Ebene der DNS-Hierarchie müssen die Zonenfiles erstellt werden, in denen die Adressen aller Rechner enthalten sind. In der klassischen DNS-Variante mussten diese Tabellen manuell erstellt werden. Mittlerweile gehört auch das dynamische DNS (DDNS) zum TCP/IP Standard. In dieser Variante registrieren sich Rechner selbständig auf dem zuständigen DNS-Server.

Anmerkung zu WINS

In älteren Windows Netzwerken kommen bisweilen noch andere Nameserver zum Einsatz, so genannte WINS-Server (WINS= Windows Internet Naming Service). Auch deren Aufgabe besteht darin, eine Übersetzung von Rechnernamen in IP-Adressen vorzunehmen. Die Bezeichnung dieses Dienstes ist irreführend, da es sich bei WINS um keinen Internetdienst sondern um einen Namensdienst für lokale Windows Netzwerke handelt. Bei diesem Dienst handelt es sich um ein Relikt aus frühen Internetzeiten, als Microsoft noch versuchte, diesen Dienst anstelle von DNS als Internetstandard zu etablieren. Mit der Einführung von Active Directory hat auch Microsoft DDNS als Standard akzeptiert. In anderen Netzwerken kommt der gleiche Dienst auch vereinzelt zur Anwendung und wird dort als NBNS (NetBIOS Name Service) bezeichnet. Auch dabei handelt es sich um eine veraltete Technologie.

Welcher DNS Server wird genutzt?

Diese Anmerkungen beziehen sich nur auf private Internetuser, nicht auf Unternehmensnetze. Der genutzte DNS Server wird vom Internetprovider zur Verfügung gestellt und der PC mit der Übermittlung der IP-Adresse zugleich für die Nutzung dieses Servers konfiguriert. Alternativ können über die Netzwerkkonfiguration des Rechners freie DNS Server anderer Anbieter ausgewählt werden. Auch Google bietet inzwischen solche DNS Server an. Weitere Anbieter können mittels Suchmaschinen durch eine Suche nach free DNS gefunden werden.